1.2 Untersuchungsobjekte der BWL: Betrieb und Unternehmung
Als Betrieb wird eine Wirtschaftseinheit bezeichnet, die
- durch Kombination der elementaren Produktionsfaktoren (objektbezogene Arbeit, Betriebsmittel und Werkstoffe),
- regelmäßig,
- unter Leitung des dispositiven Faktors in planmäßig organisierter Weise,
- unter Beachtung des ökonomischen Prinzips und
- über den Eigenbedarf hinaus,
- die Gewinnung, Erstellung, Bereitstellung oder Verteilung von Gütern und Dienstleistungen betreibt. (Prozess)
Eine Unternehmung ist ein Betrieb, der
- autonom und
- im Privateigentum der Eigenkapitalgeber befindlich,
- unter Beachtung des Gewinns als wichtige Zielgröße und im Bestreben, das finanzielle Gleichgewicht zu wahren, die obengenannte Definition erfüllt.
1.3 Untersuchungsperspektive
Die BWL betrachtet die ökonomische (wirtschaftliche) Seite eines Unternehmens. Auch die VWL betrachtet u.a. einzelwirtschaftliche Unternehmen. Aber die VWL sieht Unternehmungen und Haushalte hauptsächlich als Akteure auf bestimmten Märkten, also als Anbieter auf Absatzmärkten und Nachfrager auf Konsum- oder Beschaffungsmärkten (Mikroökonomik). Demgegenüber steht bei der volkswirtschaftlichen Betrachtungsweise noch die Makroökonomik, die Untersuchung des Verhaltens vieler Haushalte und Betriebe.
Die BWL dagegen interessiert sich hauptsächlich dafür, wie die Ziele einer einzelnen Wirtschaftseinheit erreicht werden. Dabei werden explizit alle unternehmens- bzw. haushaltsinternen Entscheidungs-, Organisations- und Planungsprobleme in die Betrachtung mit einbezogen.
1.4 Untersuchungsziel: Deskription und Gestaltung unternehmerischer Aktionen
Über den vermögens- bzw. einkommensmäßigen Aspekt unternehmerische Aktionen als Untersuchungsobjekt bzw. Steuerungsgröße kann man z. B. normative oder auch deskriptive Aussagen erarbeiten.
Präskriptive oder auch praktisch-normative Ansätze versuchen z. B. unternehmerische Entscheidungsprobleme gedanklich zu strukturieren, zu durchdringen und damit zu bewältigen. Für bestimmte Ziele werden, häufig in wenn-dann-Sätzen formuliert, die optimalen Aktionen bestimmt und beschrieben.
Deskriptive Ansätze versuchen regelmäßige und prognostizierbare Zusammenhänge aufzudecken. Dabei werden empirische Verfahren (Ermittlung der realen Gegebenheiten) eingesetzt oder es werden mit Hilfe der Modellanalyse die realen Abläufe beschrieben und untersucht.
1.5 Untersuchungsmethode: Modelltheoretische Betrachtungen
1.5.1 Modelltheoretische Analyse als grundlegende Methode der WW
Modelle reduzieren die komplexen Vielfalt ökonomischer Sachverhalte auf beherrschbare Dimensionen und veranschaulichen sie.
Es lassen sich drei Aussageebenen unterscheiden
1. Die modelltheoretische Analyse kann auf Aussagen über real existierende Gegebenheiten abzielen. Zuerst dient das Modell als Erklärungsmuster für reale Abläufe. Daraus werden allgemeine Gesetzmäßigkeiten abgeleitet, anhand derer zukünftige Entwicklungen prognostizierbar sind.
2. Andere Aussagen können die Eigenschaften ökonomischer Objekte (Unternehmen, Märkte, Volkswirtschaften etc) unter definierten, idealisierten Modellbedingungen beschreiben. Bestimmte Effekte können zunächst isoliert analysiert werden. In einer anschließenden Synthese gelangt man dann zu empirisch relativ gesicherten Aussagen.
3. Schließlich ist anhand modelltheoretischer Aussagen die Gestaltung ökonomischer Sachverhalte realisierbar. Mit Entscheidungsmodellen ist es möglich, für besonders einfache Standardprobleme eine optimale Lösung bereitzustellen oder bei komplexeren Problemen zeigt sie zumindest Richtlinien für die sinnvolle Strukturierung ökonomischer Entscheidungsprozesse auf.
1.5.2 Modelltypen und -kategorien
1.5.2.1 Erklärungs-, Prognose- und Entscheidungsmodelle
1.5.2.2 Partial- und Simultanmodelle
1.5.2.3 Einzelwirtschaftliche und gesamtwirtschaftliche Modelle
1.5.2.4 Statistische und dynamische Modelle
Im dynamischen Modell wird die Zeit explizit einbezogen.
1.5.2.5 Deterministische und stochastische Modelle
Bei deterministischen Modellen wird die Zukunft, die Unsicherheit zunächst aus der expliziten Betrachtung herausgehalten.
Bei stochastischen Modellen versucht man, die Probleme, die durch zukünftige Handlungen auftreten und nicht mit Sicherheit vorhersehbar sind, explizit in die modellmäßige Betrachtung mit einzubeziehen.
Grundzüge der BWL II, FernUniversität Hagen
"Wie Strategien laufen lernen", new management, Seite 52 ff
Schaad, D. (2001); Modellierung unternehmensspezifischer Innovations-Prozessmodelle
Tipotsch, C. (1997); Business Modeling - Vorgehensmethodik und Gestaltungsmodelle
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen